Montag, April 09, 2007

Der lange Lauf

Das Osterfest stand im Zeichen des langen Laufes. Der Trainer hatte uns Ausdauer und Strecke machen auf das Programm geschrieben.

Am Samstagvormittag fuhren wir zu dritt hinaus in den Nordosten Hamburgs, die Endstation der U1 Ohlstedt war unser Ziel. Nie zuvor war ich hier gewesen, ich fühlte mich näher an Kiel oder Dänemark, als dass es vorstellbar war, zurück nach Hamburg zu laufen. Die Webcam in Ohlstedt ist auf den Himmel gerichtet, worauf auch sonst?

An der Haltestelle Buckhorn – nie gehört – sprach uns drei Kurzbehoste ein anderer Fahrgast an: „Ihr fahrt nach Ohlstedt, um an der Alster in die City zu laufen? Hab ich auch schon ein paar Mal probiert.“

Auf der einen Seite war es beruhigend, dass es Menschen gab, die unser Vorhaben nicht für aussichtslos hielten, andererseits: Was heißt probiert?

Doch er stieg aus und wir näherten uns der Endstation. Bei jogmap betrug unsere Strecke über 26 Kilometer, aber die ersten Meter machten klar, dass die Alster im Oberlauf doch viel stärker mäandert, als wir vermessen hatten und auch der Alsterwanderweg hielt ein paar unerwartete Schleifen und Steigungen parat.

Über die Strecke lässt sich nicht viel sagen, zum Spazieren gehen geeignet und in kompletter Ausdehnung sehr lang und schmerzhaft. Der Trainer wusste uns mit Sprüchen wie „Jetzt kommt der langweiligste Part der Strecke, immer an der `Alten Landstraße` entlang. Die ist so lang, da wird einem sogar beim Autofahren langweilig.“

Glücklich, in Ohlsdorf wieder zu wissen, wo wir waren, erschöpft, als wir das Winterhuder Fährhaus erreichten, voller Verzweiflung und Selbsthass wieder an die Außenalster zurückgekehrt, völlig am Ende zu Hause angekommen. Ich war platt. Geschätzte 28 Kilometer in 2:40 Stunden haben mir die Euphorie genommen, die nach dem erfolgreichen Halbmarathon eine Woche zuvor aufgekommen war.

Die letzten Wochen habe ich ein niemals zuvor betriebenes Trainingsprogramm hinter mir. Ich hoffe, dass sich diese Kilometer in drei Wochen auszahlen werden. Aber jetzt muss ich meine Anstrengungen zurückschrauben. Ich brauche die Kraft noch, oder?

Und Eure Unterstützung. Dazu das passende Lied: "Never let me down again" in der tieftraurigen Version von Sylvain Chauveau.

Keep on running

Labels: , , , , , ,

2 Comments:

Anonymous Christoph said...

Eine Woche vor dem Marathon ruhig zu machen kann ich definitiv unterstützen. Das Ganze nennt sich dann hochwichtig Tapering. Bei Marathonanfängern kann man das auch auf 2 Wochen ausdehnen. Problem dabei ist, dass sich ab 2 Tagen des Nichtstuns die Mitochondrien, also die kraftgebenden Muskelzellen zurückbilden. Daher sollten auch beim Tapering noch kurze Trainingsanreize gesetzt werden. Jeder ordentliche Trainingsplan berücksichtigt das aber eigentlich. Außerdem sind es noch knapp 3 Wochen, daher diese Woche noch was tun und am Wochenende den langen Lauf nur 2 Stunden lang machen.
Dein Mentalcoach

Dienstag, April 10, 2007 3:47:00 nachm.  
Blogger worldwidehalf said...

Danke Mentalcoach. Kurze Trainingsanreize setzen, das will ich machen und zwei Stunden sollten möglich sein. Klasse Unterstützung. Die Nervosität wird größer.

Dienstag, April 10, 2007 5:02:00 nachm.  

Kommentar veröffentlichen

<< Home