Dienstag, April 03, 2007

Zeit zum Luftschnappen

Endlich mal richtig Durchatmen. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung für den Marathon ist erfolgreich absolviert: Vier Wochen vor dem Start ein Halbmarathon in Wettkampf-Tempo. Der Trainer hat es schon gesagt, die Zeit war gut: 1:48:49, die zwei vorangegangenen Läufe waren langsamer.

Angespornt von der Aussicht, unter 1:50 zu laufen und drei Läufer auf den letzten drei Kilometer in Sichtweite sorgte für die Ausschüttung von Euphoriehormonen. Die ersten Zwei waren schnell kassiert, aber der Dritte hielt dagegen. In seinem Schlepptau flogen wir an diversen zuvor nicht mehr in unseren Beutezug eingeplanten Sportlern vorbei. Y-3, diese Buchstabe-Zahl-Kombination prangte auf seinem Rücken, ließ uns nicht näher als 20 Meter kommen. Erst einen halben Kilometer vor dem Ziel zogen wir an ihm vorbei. Meiner Motivation entzogen, wurden mir prompt die Beine schwer, doch der Trainer war jetzt in seinem Element und sprintete den Zieleinlauf zum Supermarktparkplatz hinauf. Da galt es dran bleiben. Platz 93, 94 und 100 in der Halbmarathonwertung waren der nachträgliche Lohn, während des Laufes konnten wir dank unserer unambitionierten Startplatzierung am Ende des Feldes beständig überholen, denn die wirklich guten Läufer waren schon längst außer Sichtweite, als wir über die Startlinie gingen. Dass wir am Ende noch Kraft hatten, darüber gibt die schöne Grafik Auskunft.

Während des Laufens gab ich ab und an Geräusche von mir, die an Hirsche in der Brunftzeit erinnerten. Darauf angesprochen, verwies ich auf meine Atemtherapie, um auch den Rest der verbrauchten Luft aus meinen Luftbläschen zu pressen. Denn bei einer zu flachen Atmung wird die gesamte Kapazität der Lunge nicht vollständig ausgenutzt. Das kann die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe beeinträchtigen. Die Muskeln und Organe - aber vor allem das Gehirn -erreichen nicht ihre volle Leistungsfähigkeit. Auch das allgemeine körperliche und seelische Wohlbefinden leidet. Das will doch keiner. Außerdem öffnet vertieftes Atmen laut Stanislav Grof Blockaden und wirkt kathartisch.

Die AOK empfiehlt die Lippenbremse und die Zwerchfellatmung. Da sich beim Laufen weder eine „Bremse“ noch das „aufrechte Hinstellen mit geschlossenen Füßen - die Arme hängen locker herab“ optimal in den Bewegungsablauf einarbeiten lässt, muss die Luft halt laut raus.

Damit ich danach mal wieder so richtig Durchatmen kann.

Keep on running

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1 Comments:

Anonymous Christoph said...

Das ist doch schon mal eine sehr schöne Zeit. Mit fast exakt derselben Zeit bin ich mal angefangen...

Dienstag, April 03, 2007 8:15:00 nachm.  

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