Freitag, Mai 11, 2007

Auf der Suche nach Antworten und Zielen

Eigentlich hätte der Beitrag auch den Titel „Absolute Carbo-Overload“ tragen können. Mein erster Lauf nach dem Marathon stand im Zeichen der Pasta-Party, die ich unmittelbar davor allein veranstaltet hatte, obwohl bestimmt noch mehrere Mitläufer von der Nudelmenge hätten satt werden können. Ich kann einfach nicht mit leeren Magen laufen. Da der Tag spät endete, war der Hunger zu groß für einen sofortigen Start.

So rollte ich erst in der nieselregengetränkten Dunkelheit um die menschenleere Alster, das Wetter zu schlecht für Fummeleien auf den Alsterwiesen und die Läufer schon längst zuhause. Vereinzelte Hunde huschten bei dem näher kommenden Erdbeben freiwillig ins Gebüsch.

Aber warum mache ich das überhaupt noch? Ich bin einen Marathon gelaufen und ich habe mich sogar an die Zeitvorgabe gehalten. Jedes ambitioniertere Ziel wird sofort durch meinen begrenzten Trainingsfleiß ad absurdum geführt.

Ich könnte mir den Traktormann zum Vorbild nehmen, der seine Bestzeit innerhalb von sieben Jahren auf unmenschliche 2:52 gesteigert hat, obwohl er mit einer ähnlichen Zeit wie ich begonnen hat. Aber ein Blick in sein Trainingsbuch macht mir klar, dass mein Logbuch niemals so aussehen wird. Überhaupt: sieben Jahre.

Da halte ich mich doch lieber an meine Laufgruppe:
Mein Trainer läuft seit Jahren konstant den Hamburg-Marathon um vier Stunden – mit einer Toleranz von maximal 5 Minuten. Inzwischen kann man sich nach ihm die Uhr stellen.

Oder ich kopiere den Stil von Franco, der mit der Würde italienischer Kaiser während des Laufens sein Volk grüsst.



Schön wäre auch, die nachträgliche Glückshormonausschüttung von Tenner zu erlangen, der sich auf der Strecke wirklich gequält hat und trotzdem die euphorisiertesten Rückblicke zu schreiben in der Lage ist: „24h lang war ich noch voller Emotionen und nun weiß ich: Es war erst der Anfang! Berlin, Amsterdam, New York, noch 3mal Hamburg oder andersrum.“

Bloß an Jule traue ich mich nicht heran. Sie verfügt über körperliche Fähigkeiten, die nichts – aber auch rein gar nichts - mit meiner Carbo-Overload-Maschine gemein haben.



Sind das Ziele? Der Fall Böse schlägt sich mit ebenso existentiellen Fragen herum:

Sag mir bitte, was das soll
sag es mir mitten ins Gesicht
und sag mir bitte, was es ist
… denn ich weiß es nicht.

DFB: Stein, Schere, Papier

Keep on running

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